Das Wort des Lebens

> Die Botschaft vom Kreuz (19) Die letzten siebe Worte Jesu am Kreuz (3)

Datum 2018-03-25 Manmin-Nachrichten No. 29 PDF Zählung 142
Nachrichten„[U]m die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Elí, Elí, lemá sabachtháni? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Matthäus 27,46).

„Danach, da Jesus wusste, dass alles schon vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet! ... Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist" (Johannes 19,28-30).



Jesus, der als Retter der Menschheit in die Welt gekommen war, sagte nur wenige Worte, bevor Er am Kreuz Seinen letzten Atemzug tat. Sie werden als „die letzten siebe Worte Jesu am Kreuz" bezeichnet. Er wollte den Menschen bis zum letzten Augenblick noch geistliches Leben schenken. Dieses Mal wollen wir die 4., 5. und 6. Äußerung Jesu am Kreuz betrachten.



Das vierte Wort: „Elí, Elí, lemá sabachtháni?"

Jesu Worte „Elí, Elí, lemá sabachtháni?" aus Matthäus 27,46 bedeuten übersetzt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"

Jesus rief dies nicht als bittere Beschwerde aus und wollte damit auch nicht Seine Qualen in Worte fassen. Vielmehr steckt eine große geistliche Bedeutung dahinter.

Seit Jesus ans Kreuz genagelt wurde, waren sechs Stunden verstrichen (Markus 15,25-34). Obwohl Er nicht genug Kraft hatte, rief Er dennoch „mit lauter Stimme." Jesus tat dies, um alle Menschen daran zu erinnern und sie begreifen zu lassen, warum Gott Ihn verlassen hatte und warum Er gekreuzigt werden musste.

Jesus wurde ans Kreuz geschlagen, um die Menschheit von ihrer Sünde zu erlösen. Alle Menschen wären gemäß dem Fluch, der auf dem Gesetz lag, von Gott verlassen worden. Nur wegen uns nahm Jesus den Fluch auf sich und wurde von Gott verlassen. Um das allen in Erinnerung zu rufen, steht geschrieben: „Jesus [schrie] mit lauter Stimme."

Außerdem rief Jesus mit lauter Stimme, weil sich immer noch unzählige Menschen mit der Welt anfreunden und auf dem Weg des Todes unterwegs sind, obwohl Gott Seinen eingeborenen Sohn für Sünder hingab. Jesus wollte, dass alle Seelen den Grund für Seine Kreuzigung kennen, Ihn als Retter annehmen und das ewige Leben empfangen. Darum rief Er mit lauter Stimme: „Elí, Elí, lemá sabachtháni."

Wenn wir von Herzen glauben, dass Jesus von Gott verlassen und für unsere Sünden gekreuzigt wurde, darf niemand von uns mehr in Sünde leben. Stattdessen müssen wir ein geheiligtes Leben führen und ein Kind Gottes werden, das Ihn „Vater" nennt.


Das fünfte Wort: „Mich dürstet!"

Wenn ein Mensch viel Blut verliert, leidet er an Durst. Könnt ihr euch vorstellen, wie durstig Jesus gewesen sein muss, als Er im trockenen Klima Israels bei sengender Hitze stundenlang am Kreuz hing? Dennoch litt Jesu nicht nur im Natürlichen an Durst. Hinter Seinen Worten „Mich dürstet" verbirgt sich auch eine geistliche Bedeutung, die uns auffordert, Seinen Durst zu löschen, indem wir den Preis für Sein Blut zurückbringen.

Wie können wir „den Preis für Sein Blut zurückbringen"? Da Jesus Sein Blut vergoss, um die Menschheit – also Sünder – zu retten, müssen wir uns nach den Menschen, die sonst in der Hölle enden würden, ausstrecken und ihnen das Evangelium predigen. Zum einen können wir somit Ungläubigen die Gute Botschaft „direkt" bringen und zum anderen können wir das Evangelium „indirekt" verbreiten, indem wir für die Errettung von Seelen beten und für die Arbeit von Missionaren spenden.

Als Jesus sagte: „Mich dürstet", steckten einige Leute, die in der Nähe standen, einen in sauren Wein getauchten Schwamm auf einen Ysopzweig und hielten ihn an Seinen Mund. Jesus nahm den sauren Wein nicht an, um Seinen Durst zu löschen, sondern akzeptierte den Geschmack, um das geistliche Dekret zu erfüllen, das wir im Alten Testament (Psalm 69,22) finden: „[I]n meinem Durst tränkten sie mich mit Essig."

Dass Jesus den „Essig" gereicht bekam, bezeugt, dass Er sauren Wein trank und es uns damit ermöglichte, den neuen Wein zu trinken. Der „saure Wein" symbolisiert das Gesetz im Alten Testament, während der „neue Wein" für das Gesetz der Liebe im Neuen Testament steht, das Jesus selbst erfüllte.

Gemäß dem Alten Testament mussten alle Sünder für ihre Übertretungen bestraft werden und die Erlösung von ihren Sünden erfolgte durch das Blut von Tieren, die Gott geopfert wurden. Doch als Jesus selbst zum Sühneopfer für uns wurde und uns durch Seinen Kreuzestod vom Fluch des Gesetzes befreite, trank Er für uns den „sauren Wein."

Darum wird uns vergeben, wenn wir an Jesus Christus glauben und von Herzen für unsere Sünden Buße tun. Damit trinken wir praktisch den „neuen Wein", wodurch uns wiederum erst richtig bewusst wird, warum Jesus „Mich dürstet!" sagte und weshalb Er den sauren Wein trank.


Das sechste Wort: „Es ist vollbracht!"

In Johannes 19,30 heißt es: „Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist." Als Er sagte „Es ist vollbracht", deutete Er darauf hin, dass die vorgesehene Erlösung der Menschheit erwirkt und das Gesetz durch Liebe erfüllt worden war.

Denn „der Lohn der Sünde ist der Tod" (Römer 6,23). Somit müssen alle Sünder mit dem Tod bestraft werden und in die Hölle gehen. Gottes Volk musste lange Zeit Rinder und Schafe töten und ihr Blut opfern, um die Vergebung seiner Sünden zu empfangen. Aber Jesus erlöste uns, als wir Sünder waren, vom Fluch des Gesetzes, indem Er sich ans Kreuz schlagen ließ (Hebräer 7,27).

Die Schritte, die Jesus ging, um alle Menschen von ihren Sünden zu erlösen, waren getragen von einer unvorstellbar großen, unbeschreiblichen Liebe. Der kostbare Sohn Gottes kam in die Welt, ließ sich festnehmen, ertrug Qualen, als Er von Sündern brutal gegeißelt wurde, bekam eine Dornenkrone auf den Kopf gestaucht und ließ zu, dass Er an Händen und Füßen durchbohrt wurde.

Wir haben das Recht bekommen, in den Himmel zu kommen – durch unseren Glauben an Jesus Christus, der den Tod durch Seine herrliche, aufopfernde Liebe überwand. Wie sollten wir darauf reagieren? So wie Jesus die gesamte Vorsehung Gottes mit aufopfernder Liebe erfüllte und König aller Könige und Herr aller Herrn wurde, müssen auch wir, die wir von Ihm errettet wurden, den ganzen Willen Gottes erfüllen.

Gottes Wille für uns ist die vollkommen Heiligung und perfekte Treue. Wir sollen die neun Früchte des Heiligen Geistes tragen, geistliche Liebe praktizieren und die Seligpreisungen erfüllen. Gemäß Seinem Auftrag sollen wir den Herrn an allen Enden der Welt bezeugen und alles daran setzen, dass Seelen gerettet werden. Nur dann können wir uns als Seine Braut vollkommen vorbereiten, alle Pflichten ausführen, die Er uns aufträgt, und bei Seiner Rückkehr bekennen: "Es ist vollbracht!"

Liebe Brüder und Schwestern, ich bete im Namen des Herrn Jesus, dass ihr die geistliche Bedeutung von Jesu letzten Worten am Kreuz ergreift, auf euer Herz schreibt, ein Leben führt, das in Gottes Augen gerecht ist, und beim Herrn im Himmel für immer an den schönsten Orten wohnen werdet.